Stau am Fußwämbecken

Sauna ist gesund!

So liest und hört man es überall und die Saunaberteiber werden auch nicht müde, mit solchen Hinweisen ihr Haus zu füllen.
Wer sich schon mal ernsthaft mit dem richtigen Ablauf des Saunabades befasst hat, stößt unweigerlich auf das unerlässliche Fußwärmbad am Ende des Schwitzgangs.

Steht man aber in den Saunaanlagen vor den Fußwärmbecken, fragt man sich oft, ob die Saunabetreiber ihr Wissen auch bis dahin erweitert haben? Warum man steht? Na, weil die paar Plätzchen total überlastet sind!

Ich kann nicht verstehen, warum diese Becken in den Anlagen nur in so einer geringen Anzahl angeboten werden.

Die Aussage “Die Leute nutzen sie ja nicht” kann ich nicht gelten lassen. Wie sollen die Leute etwas nutzen, wenn sie überhaupt keine vernünftige Chance dazu haben?

Zum Glück gibt es in der Deutschen Saunalandschaft einige Bäder, die das erkannt haben und zum Teil recht ansprechende Lösungen, auch für mehr Gäste (!) gefunden haben.
Seltsam, das sich dort auch mehr Leute ein Fußwärmbad gönnen, oder?

Ruheraum oder die moderne Art der Folterkammer

In einer durchschnittlichen Saunaanlage gibt es Ruheräume, Ruheräume und Ruheräume.

Die einen sind eigentlich mehr nur Verweilecken, in denn es auch mal ein angeregtes Gespräch geben kann. Dann gibt es noch den, sagen wir mal -normalen- Ruheraum, in dem man die Beine lang machen kann und dabei etwas lesen kann.

Die dritte Art ist der oft “stille Raum” oder “Raum der Stille” genannte Ruheraum. Hier ist aus vernünftigen Gründen durch den Betreiber sogar das Lesen untersagt.

Es gibt aber leider immer wieder mit einer temporären Lese- und Verständnisschwäche ausgestattete Zeitgenossen, die zwar fähig sind das geschriebene Wort ihrer Lektüre intellektuell zu verarbeiten, aber an dem einfachen Hinweis, dies nicht in diesem Raum zu tun, kläglich scheitern. So darf sich der wirklich Ruhe suchende jedes Mal am weiterblättern, was nicht ohne Geräusche geht, erfreuen. Das ist aber nicht die einzige Folter.
Diejenigen, die ihren Augen das erkennen von durch Buchstaben geformte Worte ersparen wollen, strecken sich mit den Ohrstöpseln ihrer MP3-Player oder ähnlichem lang. So sind wenigstens die Pausen, zwischen dem Umblättern mit einem grummelnden (z.B. Sportnachrichten) quietschen und jaulendem (z.B. Musik), auf jeden Fall Nervtötenden Grundgeräusch abgedeckt.

Wenn sich der Ruhesuchende nun, mit leicht erhöhtem Adrenalinspiegel darauf eingelassen hat, bekommt er noch ein Zugabe. Ein Hustenbonbon wird nicht nur mit Knistern ausgepackt, nein, auch anschließend wie ein Tennisball, von einer Mundecke in die andere getrieben, wobei natürlich der schlagartige Kontakt mit den Beißwerkzeugen den erfolgreichen Seitenwechsel anzeigt.

Nicht genug damit, da wird sich auf dem “eigentlichen” Ruheplätzchen häuslich eingerichtet. Warum teilweise auch die Mitnahme von Taschen in solche Räume unerwünscht ist, erfährt man hier. Es wird in der Tasche gekramt, die Thermoskanne hervorgeholt, mit ein bisschen klappern natürlich, dann mit glucksenden Geräuschen das Getränk eingeschüttet und alles wieder verstaut. Wer sich zwar die Sauna, aber keine Thermoskanne leisten kann, unterstreicht sein Dasein mit dem zischenden Öffnen seiner (hoffentlich aus Kunststoff) Wasserflaschen.

Der Kehlkopf zeigt dann den Erfolg dieser Aktion an. Ein entglittenes abschließendes ” ahhh!” lässt den geplagt nun auf Ruhe hoffen. Vergeblich, in der Tasche ist auch noch eine Tageszeitung. Mahlzeit.

Drang zum Zweitsaunatuch ungebrochen…

Es scheint sich langsam durchzusetzen, dass die Saunagäste mehrere Sauna- und Handtücher mit zum Saunabaden nehmen.

Schade eigentlich, es war so nett anzusehen, wie sich die Saunierer mit nur einem großen Badtuch über den Saunatag retten.
Grade noch in der Sauna vollgeschwitzt, schon zum Abtrocknen nach dem Kaltduschen benutzt. Und da so ein Bademantel auch nur Ballast ist, anschließend in das nasse Tuch zum Nachruhen oder den Gang in die Gastronomie eingewickelt.
Es war immer erstaunlich, wie viel so ein Tuch aufnehmen kann, auch wenn es hier und dort seine unappetitlichen Flecken hinterließ. Ein Tummelplatz für Bakterien und Keime.
Auch die Haut hat sich gefreut, wurde sie immer schön ungesund feucht gehalten.

Warum es zu bedauern ist, das solch ein Verhalten abnimmt? Ganz einfach, es werden mehr Haken mit Bademäntel und Saunatücher belegt.

Richtig Sauna baden oder lieber alte Socken?

Es muß ein Vergnügen sein, die alte, schweißdurchtränkte Luft der anderen Saunagäste zu inhalieren. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum man sich auf der untersten Bank in der Saunakabine hinlegt.

Hier unten ist die Temperatur zum einen recht niedrig, zum anderen sammelt sich hier die verbrauchte schwere Luft. Mit Saunabaden hat so etwas nichts mehr zu tun. Man wärmt nicht richtig durch und die Verweilzeit geht oft über das gesunde Maß hinaus.

Ich empfehle daher, zuhause alte Socken mit unter die Bettdecke zu nehmen und diese dann über den Kopf zu ziehen. Das Geruchserlebnis wird so zum einen gesteigert und in der Sauna können die Gäste, die auf richtige Plätze wollen, diese gefahrloser erreichen.

Sauna-Tollpatsch

Glücklich der, der von solch einem Zeitgenossen verschont bleibt. Er betritt freundlich die Sauna, schafft es aber nicht, die Türe zur Schwitzkabine zu schließen. Er hat sich sofort alle zum Freund gemacht, die von nun an auf den Spalt blicken, wo die herrliche Wärme entweicht, und einige fechten einen inneren Kampf aus, aufzustehen und die Tür zu schließen. Anderen steigt der Groll im Hals hoch, können sich aber noch beherrschen, den kleinen Tollpatsch auf seine Tat hinzuweisen.  Schlussendlich erlöst ein weiter Gast , der nun eintritt und die Türe vernünftig schließt, alle.

Nach dem er eine bereits in Betrieb genommene Sanduhr nochmals umdreht, sich wundert, das schon so viel Zeit vergangen ist, und dann doch auf eine Bemerkung eines Saunagastes die Uhr wieder richtig stellt, hoffen nun alle auf Ruhe. Er verliert aber aus welchen Grund auch immer seinen Spindschlüssel, den er nun mit akrobatischen Übungen versucht zwischen den Saunabänken hervor zu holen. Es klappert hier, es klappert da, einer bekommt das Knie in den Rücken, der andere wird vom Ellenbogen gerammt, bis auch dieses Problem behoben ist. Tatsächlich schafft er es nun, friedlich die restliche Zeit zu verbringen, bis er die Sauna verlässt, dabei allerdings einige Saunatücher anderer Saunagäste als Fußabtreter verwendet.

Nun bietet sich die hervorragende Möglichkeit, den Bademantel eines andern Gastes vom Haken zu nehmen und diesen erst etliche Meter durch die Anlage zu transportieren, bis die doch erheblich andere Farbe und Bauart  zum Nachdenken und damit auch zur Umkehr zwingt. Der rechtmäßige Besitzer des entführten Mantels versteht nachher die Welt nicht mehr, warum nun auf einmal die Ärmel auf links gedreht zu Boden hängen.

Welcher freche Architekt hat sich nur überlegt, den Ruheraum durch eine Tür von den anderen Bereichen zu trennen? Denn diese will erst durch unseren Tollpatsch bezwungen werden, der es nicht schafft, seine Tasche rechtzeitig vor der sich wieder schließenden Türe in Sicherheit zubringen. So wird der Ruheraum kurzfristig zu einer weiteren Bühne, die er mit Lärm erfüllt.

Das die Tücher, die er nun auf seiner Liege ausbreitet aus Stoff sind, sorgt nur für einen geringeren Geräuschpegel, können aber nicht verhindern das er bei der Gestaltung seiner Ruhestatt aus einem Saunaschlappen rutsch, und nun recht geräuschvoll Halt sucht.

Noch ein schneller Schluck aus der mitgebrachten Getränkeflasche und dann soll das Nickerchen kommen. Doch halt, da war ja noch die Aktion mit der Türe. Die Sprudelflasche war jetzt immer noch so aufgeregt, das bei seinem hastigen Öffnen der selben, die in Reichweite liegenden Gäste ebenfalls an dem nun hervortretenden Flascheninhalt teilhaben durften…..

… Sie lachen? Na dann viel Spaß wenn Sie auf ihn treffen, und.. er hat einige Brüder und Schwestern.

 

Entspannen, aber zack zack….

JA, dafür ist die Sauna bekannt. Hier kann man wunderbar die Seele abhängen lassen (“baumeln” möchte ich nicht mehr sagen, das Wort missbraucht inzwischen jeder Möchtegernwellnessguru).

Entspannt und ruhig will man zwischen Saunakabine, Gastronomie und Ruhebereich ein paar Stunden verbringen, und sich nur vom “Jetzt” treiben lassen.

Bis es dann hektisch wird, ein TERMIN-Entspanner ist in der Sauna. Grade noch durch den dichten Straßenverkehr gewühlt, hier schon Platz für Tasche und Saunatuch gesucht. Kurze Alibidusche und dann nach anstehenden Events, sprich Aufgüssen, gesucht. Bloß nichts verpassen, man will ja entspannen. Die nächsten Saunagäste, die sich fast phlegmatisch dahintreiben lassen, aus ihrer Ruhe geholt und nach dem nun zelebrierten Aufguss gefragt, oder was heute von der Speisekarte zu empfehlen ist. Die Zeit für eigene Recherchen ist ja beschränkt, also müssen die anderen herhalten.

Mit Sturmschritten nun zu den Orten des wohltuenden Geschehens, zum Glück sind die meisten nackt, an denen er vorbeiläuft, sonst würde der Windzug ihnen wohl noch die Kleider vom Leib reißen.

Irgendwann rappelt dann auch noch das, verbotenerweise, in die Saunaanlage mitgebrachte Handy in der Tasche und erinnert an den nächsten Termin. So schnell wie der Spuk kam, ist er (zum Glück) auch wieder verschwunden und hinterlässt ein paar verstörte Saunierer, die nun endlich wieder ungestört und in Ruhe ihrem Hobby nachgehen können, so wie es sich gehört.

5 Minuten Aufguss

Ich wünsche mir den 5-Minuten-Aufguß zurück. Mit kräftig wedeln und der richtigen Aufgussmenge.

Nicht diese Dauerabbrühen, eventuell unterbrochen mit Honigkleckern oder den so beliebten Salzabreibungen, wo alle wie Lemminge dem Saunameister aus der Saunakabine mit seinem Salztöpfchen hinterher stürzen, um nach dem Martern der Haut nochmals die Schwitzkabine aufzusuchen.
Der gesundheitliche Wert ist für mich fraglich, da man zum einen in der Sauna nicht arbeiten soll, um den Kreislauf nicht unnütz zu belasten, und zum anderen spült der Schweiß das meiste wieder ab.

Ich möchte einfach nur ~ 10 Minuten ruhig in der Sauna schwitzen und dann zum Abschluss den nochmals gesteigerten Hitzreiz eines guten Aufgusses genießen.
Auch nicht unterhalten, durch das rumkauen auf gereichten Fruchtstücken, das Schlotzen an Wassereis und was es da sonst noch alles gibt. Ich höre schon die Einwände, man muss den Saunagästen was bieten.
Ok, dann bitte ein vernünftigen Aufguss und nicht ein Unterhaltungsprogramm.
Ich warte schon auf das erste Bühnenprogramm mit prominenten Gästen.
Volksmusik bei 90° Grad oder Hipp Hopp in der Erdsauna, viel Spaß.

Die Sauna, ein Sündenpfuhl

Nein, nicht was Sie jetzt denken. Es geht um das seriöse Saunabad.
Hier könnte nach der Saunakabine direkt ein Beichtstuhl montiert werden.

Das Gedränge der Lügenbolde wäre riesig. Und der arme Beichtvater würde immer das gleiche zu hören bekommen; ” Ich habe den Saunameister belogen!” Jeder findet den Aufguss klasse und lobt das Meisterlein, mal mehr, mal weniger. Aber wehe wenn er weg ist. Dann kommt schon mal öfters die wahre Meinung hervor.

Es findet sich so gut wie keiner, der sich ein Herz nimmt und dem Saunameister bzw. dem Aufgießer auf Dinge hinweist, die ihm an seinem Aufguss nicht gefallen haben. Falls sich doch mal einer wagt, bekommt er zur Antwort: “Es hat sich noch keiner beschwert / Alle anderen fanden es gut. Frag sie selber ..” (die Meisten davon stehen übrigens vor dem Beichtstuhl!)

Mufflappen….

Man(n /Frau) hat ordentlich geschwitzt und der überschüssige Schweiß hat sich bleischwer im Saunatuch eingefunden.

So weit so gut, so darf es auch sein. Aber einige Zeitgenossen sind ja so helle Köpfchen, die haben es tatsächlich begriffen, das es in der Saunakabine heiß ist, und was bei ihnen funktioniert, das der Schweiß verdunstet, muss auch mit dem Saunatuch gehen. Also flugs den Mufflappen da reingelegt, oder an den Ofen gehängt damit er bei nächsten
Saunagang wieder frisch und saugfähig ist.

GEHTS NOCH? Zum einen wird unnötig die Luftfeuchtigkeit in der Kabine erhöht, was für ein miserables Klima sorgt, Geruchsbelästigungen lassen wir mal außen vor, zum anderen wird anderen Saunagästen der Platz genommen und nebenbei
wird auch noch die Brandgefahr, durch an den Ofen gehängte Tücher, wahnwitzig gesteigert.

Da muss tatsächlich einigen das Hirn eingetrocknet sein.

Es ist Saunawetter

Sicherlich hegt man bei frostigen und nasskalten Temperaturen den Wunsch auf ein warmes Plätzchen und hier ist nicht der Keks gemeint.

Dies aber gleich mit der Sauna zu verbinden, liegt nahe. Ist aber vollkommen falsch, denn es gibt kein SAUNAWETTER! Oder aber es gibt NUR Saunawetter. Ob draußen eisige Kälte oder brütende Hitze, Sauna ist immer angezeigt und sie hilft sowohl das eine wie das andere zu ertragen.

Bei dem Wort “Saunawetter” sträuben sich mir einfach die Haare. Als ob man
sich nicht irgendwo anders aufwärmen könnte? Kein Geld für Kohlen mehr? Vom
Lagerfeuer verjagt? Das Einkaufscenter geschlossen? Hier wird der Sauna Unrecht
getan, wenn sie lediglich als Wärmespender für kalte Tage degradiert wird.  

Sie kann so viel mehr, und das sollte man das
ganze Jahr über regelmäßig nutzen.